OLG Köln, Urteil vom 29.08.2019, 7 U 113/18,
BGH-Beschluss vom 08.04.2021, VII ZR 216/19 (Nichtzulassungsbeschwerde zurückgewiesen)

Es ist zu vermuten, dass Verzögerungen auf dem Bau unter Corona-Bedingungen zunehmen und damit auch die bauzeitlichen Auseinandersetzungen.

Das wird den Begriff der sog. „bauablaufbezogenen Darstellung“ erneut in den Mittelpunkt der gerichtlichen Praxis rücken. Auch in Zukunft werden sich Gerichte von Gutachten zu Bauzeitverzögerungen und deren Ursachen beeindrucken lassen, ohne den Dingen auf den Grund zu gehen. Die Gerichtspraxis ist mit dem Begriff der „bauablaufbezogenen Darstellung“  schon jetzt überfordert. Die Darlegungen in den Gutachten genügen häufig nicht den Anforderungen der obergerichtlichen Rechtsprechung. Häufig werden sog. Ist- und Soll-Verläufe gegenüber-gestellt und Verzögerungen und deren Ursachen nur schlicht behauptet. Die geltenden Regeln zur Darlegungs- und Beweislast werden häufig missachtet. Der geltend gemachte Mehrvergü-tungsanspruch dient nur als Verhandlungsmasse oder Puffer gegen berechtigte Gegenfor-derungen.

Das Oberlandesgericht Köln hat nun in dem angeführten Urteil die obergerichtliche Judikatur fortgeschrieben und dem Auftragnehmer materielle und prozessuale Hürden bei der Geltend-machung bauzeitbezogener Nachträge auferlegt. Der Bundesgerichtshof hat die Nichtzulassungs-beschwerde zurückgewiesen.